Silicon Valley madness

26. November 2007

Nachdem es derzeit ja eher schwer für mich ist, aus MV wegzukommen, habe ich mir gestern ein Buch gekauft (Tom Clancy - Executive Orders, gebraucht bei Book Buyers für 4 Dollar) mit der Absicht, mich damit dann in ein Cafe zu setzen.
Soweit, sogut, aber irgendwie war ich dann da leicht fehl am Platze in meiner analogen Welt - sämtliche anderen Tische waren okkupiert mit Leuten mit Laptops, die akribisch gearbeitet oder gelernt haben (ernsthaft, das ist keine Übertreibung). Sogar ganze Lerngruppen mit Laptops hatten sich dort versammelt. Ich hätte ja gerne Bilder davon gemacht, aber hatte die Kamera nicht dabei.
Jedenfalls hat mich das ganze dann doch daran erinnert, dass ich mich offenbar wirklich im Silicon Valley befinde und hier eben fast alles digital läuft.

Ich frage mich ja wie so ein Cafe überhaupt Geld macht mit seinen ca. 15 Tischen, wenn da jeweils dann nur Einzelpersonen sitzen und innerhalb der schätzungsweise 3 Stunden nur einen Cafe bestellen - da war dann auch kein solcher Durchgangsverkehr wie das vielleicht bei Starbucks der Fall ist.

Tidbits

21. November 2007

Feierabend und heute sind viele interessante Sachen passiert, insofern mal zur Abwechslung ein Sammeleintrag:

- Mein Fahrrad ist offenbar geklaut - jedenfalls hat es die Stadtverwaltung nicht. Das Schloss ist auch weg. Immerhin entledigt mich das jetzt der Sorge, was ich denn nach Ablauf meines Praktikums mit dem Rad mache. Aber ernsthaft, das ärgert mich schon tierisch. Muß ja auch mal gesagt werden - die hätten ruhig das Rennrad neben meinem $100-Walmart-Rad nehmen können :-( Irgendwie habe ich wohl ne Strähne…

- Ansonsten war die Arbeit heute sehr unbefriedigend. Nach einigen Stunden (!) Suche beim Debuggen einer Open-Source-Library sind wir dann auf den Fehler gestoßen: Offenbar können Pointer unterschiedlich lang sein (macht ja auch Sinn) und entsprechend müssen sie auch verschieden gecastet werden (auch noch nachvollziehbar). Wieso der korrekte Datentyp aber intptr_t heißt und wie man da überhaupt drauf kommen soll wird mir aber noch länger ein Rätsel bleiben…und wieso man durch das Makefile erst noch Header-Dateien schreiben lässt, die dann zu den C-Dateien korrespondieren, geht mir auch ein bisschen ab…JAVA! Mittlerweile hab ich das ganze soweit, dass es problemlos kompiliert und linkt, aber naja…die Bibliothek streikt beim Start und ist auch nur halb so groß, wie sie eigentlich sein sollte. Hab dann entnervt aufgegeben, auf jeden Fall ist das kein Spaß (und ja, es liegt auch am Google-Buildsystem)

- Um mal auf ein Thema zurückzukommen, dass auch Nicht-Informatiker (und auch von denen wohl nur die Hälfte) verstehen: Am Donnerstag ist Thanksgiving! Langes Wochenende, yay! Da die Herkunft von Thanksgiving wohl relativ bekannt sein dürfte, gehe ich lieber auf den darauffolgenden Black Friday ein, den ich selbst noch nicht kannte:

Laut Legende geht der Name zurück auf den vielen Verkehr, der an diesem Tag verursacht wird. Doch wieso ist denn soviel Verkehr? Ganz einfach: Die meisten Amerikaner haben an diesem Tag frei, weshalb der Tag als einer der Hauptverkaufstage des Jahres gilt (es werden die fünfthöchsten Umsätze erzielt). Um dies noch weiter anzuheizen, öffnen Geschäfte schon früher (teilweise gegen 5 Uhr) und führen darüberhinaus noch viele Sonderangebote, sogenannte “Doorbuster“, etwa einen Sony Vaio Laptop für $399. Entsprechend stehen die Leute wohl schon ab Mitternacht Schlange, um einen der 15-20 Exemplare zu ergattern. Zu Zeiten des Internets beteiligen sich aber auch Onlinehändler an dem Spaß, so hatte Dell etwa den Vastro 1000 für $399 (270 Euro) im Angebot, der in Deutschland 399 Euro (und dann nochmal 60 Versandkosten) kostet. Ich war kurz davor, zuzugreifen, aber leider ist er mittlerweile schon vergriffen - und das 2 Tage vor dem Black Friday!

Jetzt bin ich ja wieder am überlegen, ob ich mir nicht den EEE PC von Asus kaufen sollte, wäre ja doch irgendwie das ideale Spielzeug zu Weihnachten und war eigentlich sowieso mein erster Impuls. Der Vorteil ist einfach, dass es ein Subnotebook ist (d.h. kleiner), aber wenn ich es dann etwa mit dem Dell-Laptop vergleiche, der zum gleichen Preis zu haben gewesen wäre, so komme ich bei dem wesentlich mehr Leistung…das vermiest es dann doch wieder etwas - oder vielleicht doch ein State-of-the-Art-Laptop, so dass ich meinen Desktop rausschmeißen kann? Wobei da natürlich dann die wohlmeinende Leserschaft recht hat bzgl. Problemen, falls was kaputt geht, das ist in den USA sicher nicht so einfach.

Fragen über Fragen…und ich hab nur noch bis Freitag, um die Sonderangebote mitzunehmen! Panik!

-Zum Abschluss noch eine Anekdote zum Thema Jacken: Sowohl bei der alten neuen (also beim Unfall kaputt gegangen) als auch bei der neuen neuen Jacke bin ich irgendwie nicht in der Lage gewesen, den Reißverschluss flott zuzumachen. Nach langen, intensiven Forschungen, ist es mir jetzt gelungen, den Grund zu lokalisieren: Die Seiten sind vertauscht! Also dieses Teil zum Einfädeln ist hier links, während es auf meinen europäischen Jacken rechts war. Ergo habe ich immer mit der falschen Hand versucht, den Verschluss hochzuziehen. Gezielter Psychotrick gegenüber Ausländern oder Zufall?

Hablo ingles o aleman-ingles?

20. November 2007

Manchmal frage ich mich ja schon, ob es nicht nur Unterschiede zwischen amerikanischem und britischen Englisch, sondern auch zu “deutschem” Englisch gibt.

Aus aktuellem Anlass daher die folgende Geschichte: Heute morgen war ich nochmal beim Arzt und bin dann mit dem Fahrrad von dort aus zum Bahnhof gefahren, da von dort Google-Busse fahren und ich nicht noch später kommen wollte. Dort stand dann an dem Gitter, an das ich mein Rad bereits einige Male angeschlossen hatte, ein Schild: “Warning: Bikes attached to the rack will be removed today!”

Soweit, sogut - dann dachte ich mir, schließe ich es eben heute ganz vorschriftsmäßig an die dafür sowieso vorgesehenen “Ringe” an.

Tja…der geneigte Leser wird es sich schon denken können: Mit den “racks” waren offenbar diese Ringe gemeint, jedenfalls ist mein Rad weg und stattdessen hing ein Schild dort mit der Aufschrift “If your bike has been removed, please call (xyz)”. Naja, jetzt werde ich dann eben mal morgen bei der Stadtverwaltung anrufen und die Nacht über grübeln, wieso die denn ihre Schilder nicht an den Gegenständen befestigen, auf die sie sich beziehen…

Google Talks & Visa-Politik

16. November 2007

Wie dem einen oder anderen schon gestern berichtet, war am Mittwoch Obama Barack, neben Hillary Clinton wohl aussichtsreichster US-Präsidentschaftskandidat, bei Google zu Gast und hat seine Innovationsstrategie vorgestellt. Ist schon lustig, was bei Google immer wieder für Leute auftauchen, neben (offensichtlich) zwei der reichsten Männern der Welt ist auch im Schnitt so alle 2 Wochen ein Nobelpreisträger da, zuletzt einer der etwas mit dem Genom zu tun hatte (wobei ich zugegebenermaßen auf dem Vortrag nicht war und den Namen daher auch nicht weiß).

Eigentlich soll es in diesem Eintrag aber über etwas anderes gehen, nämlich die Visa-Politik der USA. Dazu ein kleiner Auszug aus dem Artikel der hiesigen Zeitung über Obamas Auftritt:

“Obama, like every major presidential candidate that comes to Silicon Valley, promised that his presidency would increase broadband access nationwide and make more H-1B visas available for foreign workers.”

H-1B Visa sind dabei befristete Arbeitsgenehmigungen für hoch qualifizierte Arbeitskräfte, ähnlich der deutschen Greencard, nur begehrter :-) Das Silicon Valley hat dementsprechend ein riesiges Interesse an solchen Visa, allerdings ist die Anzahl begrenzt: Es gibt einen staatlichen Pool, auf den sich alle potentiellen Arbeitnehmen bewerben müssen. Natürlich ist dieser viel zu klein, weshalb viele Unternehmen ihre Wunschkandidaten nicht herbringen können. Mir persönlich sind etwa 2 Fälle bekannt, wo es mit dem H-1B Visum nicht geklappt hat (ich hab übrigens ein J1-Visum für Studenten).

Die Gegner einer Erhöhung des Visumkontigents befürchten, dass ausländische Kandidaten Einheimischen die Arbeitsplätze wegnehmen, die Diskussion ist also ähnlich wie in Deutschland. Die betroffenen Unternehmen helfen sich aber damit, dass sie einfach in benachbarten Staaten Firmen eröffnen. So hat etwa Microsoft, welches ein Büro in den Seattle (USA) hat, kürzlich angekündigt, auch ein Entwicklungszentrum in Vancouver (Kanada, ca. 2 Stunden entfernt) zu eröffnen:

“So, what does this have to do with the US H1B visa cap?  Not only will this be a full development center, but it will also be a great alternative location for some of the new hires into Microsoft who have not been able to get their H1B visas this year due to the limited quota. Since Vancouver is just a short train/car ride away, it will be easy to stay in touch.”

Ich vermute mal Kanada wird nichts gegen die zusätzlichen Steuereinnahmen haben :-)

Ethnizitätenvielfalt

15. November 2007

Was hier in Kalifornien im Allgemeinen, im Silicon Valley im Besonderen und ganz speziell bei Google auffällt ist die Vielfalt unterschiedlicher ethnischer Hintergründe.

So besteht meine Gruppe etwa aus einem Deutschen (ratet mal :-), einer Inderin, einem Chinesen, einem Ukrainer, einem Engländer, einem Ägypter und einem Amerikaner. Die ersten 2 Wochen meines Praktikums war auch noch ein Franzose da. Meine Brille habe ich heute beim Japaner abgeholt, nach dem Unfall war eine Mexikanerin meine Krankenschwester und bei der Nachuntersuchung ein Finne mein Arzt. Und zusammen lebe ich ja wie gesagt mit einem Rumänen und einem Koreaner.

Und meinem Empfinden nach kommen all diese Leute hier mit wesentlich weniger Fremdenfeindlichkeit aus, als das etwa bei uns gegenüber Türken der Fall ist - finde ich echt toll! Das einzige was man nur sehr vereinzelt sieht sind Afrikaner, aber ich vermute das liegt eben am dortigen, auf IT bezogen mangelnden Bildungsstand.

Oh und was auch toll ist - Mexikaner sind genau wie die Asiaten auch kleiner als ich! :-)

Konzerte

13. November 2007

Also irgendwie ist die Bay Area schon klasse, was Musik angeht…am Mittwoch stehen jetzt Evanescene und die Sick Puppies (von dem bekannten Free Hugs-Video) an. Verpasst habe ich leider wegen dem Unfall Maroon 5 mit den Vorbands Phantom Planet (die mit dem Lied California) und den Hives, Linkin Park war hier ein paar Wochen bevor ich ankam und Lifehouse wußte ich zu spät von. Dafür spielt dann hier demnächst noch Jimmy eats World sowie “Angels & Airwaves“, die neue Band vom ehemaligen Blink 182-Sänger :-)

Ansonsten hab ich mich nach seinem Auftritt beim Metallica-Benefizkonzert noch in John Mayer rein gehört (ja ich weiß, ist schmalzig). Zählt man dann noch die Auftritte nur lokal bekannter Bands wie eben Arcade Fire und MUD hinzu, die auch beide recht gut waren, kommt man hier echt ohne große Aufwand auf seine Kosten :-)

Das amerikanische Gesundheitssystem

12. November 2007

Man hört ja immer wieder schlimme Geschichten über das amerikanische Gesundheitssystem. Nachdem ich dank des Unfalls die Gelegenheit hatte und habe, es direkt zu erleben, dachte ich mir ich schreibe mal was dazu - da die geneigten Leser wohl das deutsche System kennen, werde ich mich auf eine reine Beschreibung beschränken und keinen Vergleich anstrengen.

Erste Hilfe: In den USA kann man offenbar verklagt werden, wenn man bei erster Hilfe (z.B. stabiler Seitenlage) einen Fehler macht. Verhält man sich passiv, ist jedoch alles gut, was bei uns dazu führte, dass die Leute einfach nur um uns herum standen und erzählten (und Witze rissen…die eine Frau meinte, sie sei gekommen weil ihr Hund gebellt hat und sie vermeiden wollte, dass er uns beisst..).

Soforthilfe: Ist wohl erstmal unabhängig vom Versichertenstatus, bei uns kamen Hubschrauber (für Flavian) und Rettungswagen (für mich), ohne dass wir groß gefragt wurden.

Schmerzmittelausgabe: Es scheint so eine klassische Standardfrage zu geben, die ich sicherlich insgesamt 5x gefragt wurde: “Auf einer Skala von 1-10, wie stark sind die Schmerzen?” - Ich hab dann mal mit 6 geantwortet (da, aber erträglich eben) und dann kam die Frage, ob ich denn gegen Morphium allergisch sei…ich hab dann gemeint, so schlimm isses nun auch nicht, auf jeden Fall sind die Jungs dort aber offenbar schneller bei der Hand.

Krankenhaus: Hier muß man jetzt unterscheiden zwischen State oder County Hospitals (also staatlichen) und anderen: State/County Hospitals sind verpflichtet dazu, jeden zu behandeln, während das bei sonstigen wohl nur bei Fällen auf Leben und Tod der Fall ist. Nachdem ich jedenfalls im Krankenhaus ankam und wieder mit “6″ geantwortet habe, entschwanden erstmal die Leute und haben mich eine gefühlte halbe Stunde in der Notaufnahme liegen lassen - ich denke mal es waren so 10 Minuten, aber fand das schon sehr erstaunlich. Als nächstes erschien dann die Anwältin (?) des Krankenhauses, die einen eben tatsächlich nach Versicherung fragt. Das läuft also wirklich so ab, wie man das vielleicht aus Filmen o.ä. kennt, dass man sobald bei Bewusstsein erstmal Angaben zur Versicherung machen muß, bevor es weitergeht.
Naja, irgendwann kam jedenfalls der Doc und dann ging es vorwärts.

Versicherung: Interessanterweise zahlt hier die Autoversicherung für die Krankenhauskosten (zumindest meine, Flavian muß einen Teil selber zahlen da selbst schuld) und meine eigene Versicherung springt nur als “secondary” ein, falls die Autoversicherung aus irgendeinem Grund nicht zahlt. Im Gegensatz zu unserem System geht hier aber alles etwas lockerer zu, so muß ein Unfall beispielsweise nicht innerhalb von 48 Stunden gemeldet werden:
In meinem Fall schickt mir das Krankenhaus eine Rechnung zu, die ich weiterleiten werde an die Autoversicherung. Lustigerweise ist aber weder die Rechnung noch die Formulare von der Autoversicherung bisher bei mir aufgetaucht. Allerdings rief die Autoversicherung direkt am nächsten Tag an und nahm meine Aussage auf Band auf, inkl. Fragen wie “Planen sie, gegen den Fahrer weitere rechtliche Schritte zu unternehmen?” etc. - offenbar sind die Jungs hier sehr penibel auf rechtliche Absicherung gedacht :-)

Da meine Brille bei dem Unfall futsch war, wollte ich am nächsten Tag dann eine neue machen lassen, mußte aber feststellen, dass man hier beim Optiker einen Termin ausmachen muß, anstatt einfach hingehen zu können. Der Vorteil ist allerdings, dass die die Brille dann direkt, also innerhalb von 1-2 Stunden machen, anstatt die Gläser von einer zentralen Stelle zu bestellen.

Interessant an dieser Stelle ist jetzt, dass es sogenannte Health Care Provider Networks gibt für jede Versicherung. Konkret bedeutet dass, dass jede Versicherung nur ausgewählte Ärzte unterstützt und man bei allen anderen erstmal selber zahlen muß. Da Flavians Autoversicherung aus Iowa ist, ist das Netzwerk auch nur dort regional angesiedelt, was für mich bedeutete, dass ich jetzt erstmal die neue Brille bar bezahlen mußte (nachdem ich erzählt hatte, dass die Autoversicherung das bezahlt wollten die mir in dem Laden übrigens ne Calvin-Klein-Brille andrehen…). Für mich ist das nicht weiter tragisch, da ich als Beifahrer keine Schuld trage, aber wenn Flavian beispielsweise eine neue Brille gebräucht hätte, wäre er auf den Kosten dafür dann sitzen geblieben, weil die hiesigen Optiker nicht zu seinem Health Care System zählen.

Nachuntersuchung (Termin ausmachen): Nachdem ich dann doch einige Tage später noch Kopfschmerzen und Schwindelanfälle gehabt hab, hielt ich eine Nachuntersuchung für angebracht, um ggf. langfristige Schäden auszuschliessen - also hab ich mir die nächste Klinik ausgesucht und dann auf der im Internet angegeben Nummer angerufen…ich weiß allerdings nicht so genau, wo ich da gelandet bin: Erstmal hat mich die gute Frau ein paar Minuten über Statistiken ausgequetscht (rauchen sie etc.), dann war sie irgendwann fertig und ich meinte dann “Ja ich würd gerne in ihrem Krankenhaus n Termin ausmachen wegen Unfallnachuntersuchung”…und dann meinte sie irgendwie, da müßte ich bei den Ärzten selber anrufen, sie könne mir die Nummern geben…die auch im Internet standen und ich vor mir hatte. Dann irgendwann versucht die abzuwürgen und sie hat noch ein bisschen Werbung abgelassen nach dem Motto “Rufen sie an wenn ich irgendwas für sie tun kann, wir sind 24/7 erreichbar”…Mit einem gedanklichen “jaaaa, genau” hab ich aufgelegt :-)

Nächster Schritt war dann, dort direkt anzurufen (also bei den Ärzten)…da landete ich dann in der Neurologieabteilung, die mir sagten ich müsse unter der allgemeinen Termin-Ausmach-Nummer anrufen…also dort angerufen und dann weiterverbunden an die Patientenabteilung, da Neukunde und es müssen erst meine Daten erfasst werden…der Kerl dort wollte dann meine Telefonnummer wissen, die ich nicht auswendig kann und war nicht imstande mich zu registrieren, ohne eine Nummer zu haben. Also dann irgendwann entnervt aufgegeben, nach dem Nachschauen im Handy zurückgerufen und dann diesmal mit einer Frau verbunden worden…NEEEEEIN: die hat das erstmal 5 Minuten nicht kapiert dass ich nur meine Telefonnr. noch updaten wollte und nen Termin ausmachen wollte, irgendwann hats dann doch geklappt und ich wurde wieder zur allgemeinen Termin-Ausmach-Hotline durchgestellt. Denen hab ich dann wieder erzählt dass ich doch einen Termin ausmachen will wegen meinem Kopf beim Neurologen und das hat dann auch geklappt…dachte ich.

Nachuntersuchung (der Termin): Die sagten mir noch ich soll 20 Minuten früher da sein (wegen Formulare ausfüllen) und dann tauchte ich eben bei besagter Neurologieabteilung auf…die mir dann erzählten, dass ich keinen Termin habe und nach einigem Suchen rausfanden, dass ich in der Abteilung “Family Health Care” erwartet werde, also sowas wie Allgemeinmedizin *seufz*

Naja, mangels Möglichkeiten halt dahin, mich bisschen aufgeregt über die Zustände, dann haben die wiederum nicht verstanden dass ich auf eigene Rechnung bezahle (die haben mir erst 5x erklärt dass sie keine 3rd-Party-Versicherungen akzeptieren, ich hab dann 5x gesagt “ja weiß ich, wurde mir gestern schon gesagt, ich mache Self Pay und reiche die Rechnung dann ein”) und ich durfte munter Formulare ausfüllen.

Irgendwann durfte ich dann weiter, wurde gemessen und gewogen (ich bin jetzt offiziell 5′8 :-), Temperatur genommen, Blutdruck und weiß ich was noch für unnötiges Zeug (ich bin mir schließlich bewußt, dass ich keine Grippe hab..). Naja, der Arzt selber war dann jedenfalls sehr nett, ein Finne der dann ein paar noch verspannte Muskeln im Nacken gefunden und mir ein paar Übungen zum Lockern gezeigt hat, durch die dann auch die Kopfschmerzen verschwinden sollten. Mit den Medikamenten war der aber auch wieder sehr locker bei der Hand und fleißig Rezepte geschrieben, wie schon der Kerl im Krankenhaus.

Gekostet hat das ganze dann $200 für 20 Minuten Gespräch, die Rechnung werde ich jetzt ebenso wie die Brillensachen einreichen müssen, wenn die denn dann mal irgendwann die Versicherungsunterlagen kommen werden…

Autounfall

11. November 2007

Hallo!

Nach langer Zeit mal wieder ein Update :-)

Der Grund für die Pause ist recht einfach zu benennen: Ich hatte vor genau 2 Wochen einen Autounfall, der aber zum Glück recht glimpflich ausgegangen ist. Das Auto ist zwar Schrott, aber ich bin quasi unverletzt (Hüfte geprellt, Tinitus im Ohr) rausgekommen und auch Flavian hat sich “nur” ein Bein gebrochen. Naja, jedenfalls war das Leben danach recht turbulent mit Arzt, Versicherung, Arbeit wieder aufholen (ich war ne Woche daheim wegen Gehirnerschütterung) etc.

Der positive Aspekt ist, dass ich jetzt mal einen Einblick in das amerikanische Gesundheitssystem bekommen habe (das gar nicht sooo schlecht ist wie man immer denkt) und da die Tage drüber berichten werde. Ansonsten regt so ein Unfall natürlich zum Nachdenken an, wenn man sich überlegt was da noch alles hätte passieren können.

Übrigens sind meine neu gekauften Schuhe (einer ist wohl aus dem Auto geflogen und war nicht mehr auffindbar) und die Jacke (lag in Autobatteriesäure) wieder futsch, insofern war die ganze Arbeit umsonst :-x

Details zum Unfallhergang spar ich mir an dieser Stelle mal, wens interessiert kann sich ja melden. Ansonsten plane ich diesen Sonntag jetzt, einige Einträge zu schreiben, die dann im Laufe der Woche veröffentlicht werden.

Rezept

26. Oktober 2007

Zutaten:

  • ein Programm, das unter Visual Studio kompiliert
  • die aktuelle Version des gleichen Programms aus dem Repository, die nicht kompiliert
  • einen ahnungslosen Studenten
  • seinen Chef
  • 16 Stunden

Zubereitung:

  1. Man lasse den Studenten nichts böses ahnend den Tag beginnen mit der Absicht, den bisher geschriebenen Code auf Windows zu portieren
  2. Man ködere ihn mit dem im Internet frei erhältlichen Code, der auch kompiliert
  3. Nun gebe man einige kleinere Gemeinheiten dazu, die nach ausführlicher Lektüre der Readme aber noch lösbar sind. Eine gute Möglichkeit ist beispielsweise, die benötigten Pakete nicht in einem auszuliefern, sondern auf 3-4 seperate Downloads zu verteilen.
  4. An dieser Stelle sollte der Student feststellen, dass die Dependencies in der veröffentlichten Version ganz anders aussehen als in der bearbeiteten Version und er daher die selbst bearbeiteten Programme mit der veröffentlichten Variante eh nicht testen kann.
  5. Nun kommt der Chef ins Spiel: Mit einer leichten Prise Humor sollte er dem Studenten mitteilen, dass er eigentlich nur mit der derzeit aktuellen internen Variante arbeiten kann
  6. Der Student macht sich also daran, die aktuelle Variante zu kopieren. Natürlich stellt er fest, dass diese Version sich gar nicht zum kompilieren überreden lässt und begibt sich dann auf Fehlersuche. Einige sollte er noch selber überstehen können (im Filetree vorhandene Dateien, die aber nicht ins Projekt übernommen wurde; Precompiled Headerfiles) kommt er ob seiner Ahnungslosigkeit dann irgendwann an seine Grenzen. Der Chef löst das ganze recht schnell mit dem Hinweis auf eine fehlende Bibliothek (die nichts mit der Fehlermeldung zu tun hatte…).
  7. Kompilieren? Fast! Der Student muß feststellen, dass sein Programm unter anderem auf einer Bibliothek fußt, die im Hauptprogramm wider Erwarten nicht eingebunden ist. Der Gang zum Chef enthüllt, dass man die im eigenen Programm enthaltene Funktionalität dann wohl erstmal kapseln und weglassen muß - an der Stelle sollte vielleicht erwähnt werden, dass besagte Funktionalität eine der Hauptprobleme dargestellt und alleine ne Woche benötigt hat.
  8. Mittlerweile ist es 17 Uhr. Aber: Kompilieren geht! Der Student hat dummerweise seinen eigenen Code noch nicht eingebunden sondern bisher nur daran gesessen, eine lauffähige Version zu erstellen. Mit dem Gefühl, den Tag noch nichts geschafft zu haben beginnt er also die eigentliche Aufgabe des Tages.
  9. Es ist 1 Uhr morgens. Der Student ist erschöpft. Der größte Teil ist portiert, nur 2 Probleme bestehen noch (falls jemand nen Vorschlag hat, wie man Condition Variables unter nicht-Vista Windows sinnvoll emuliert, ohne ewig mit Mutexes rumhantieren zu müssen, her damit! Und wer vorigen Satz nicht versteht…keine Sorge, so wirklich tu ichs selber nicht)

Fazit: 16 Stunden Arbeit sind doch viel. Ich bin müde. Der Artikel könnte vermutlich mit ein bisschen mehr Elan wesentlich aufgewertet werden, aber man siehe vorherigen Satz.

P.S.: Besuch über Weihnachten, yay! :-) Vegas, LA, Mexiko, Grand Canyon sind als Eckdaten angedacht, wer Lust hat möge mitkommen :-p

P.P.S.: Morgen wird Halloweenkostüm gekauft, bin offen für Vorschläge, Pirat (Flavian) ist allerdings schon weg.

Wochenende

22. Oktober 2007

So far, this was definetly one of the best ;-)

Freitag: Auf Empfehlung von Joel Besuch in der Red Devils Lounge zur CD-Releaseparty von Cast of Thousands. Mit dabei waren noch Cervantes, die wir leider verpasst haben, sowie Company Car und Mud. Insbesondere letztere kann ich echt empfehlen, reinhören! Jedenfalls bin ich beruhigt, dass es in dieser Stadt (also SF) anscheinend doch ordentliche Musik gibt, da ich bisher nach Fragen bzgl. Rock stets nur Kopfschütteln geerntet hatte (ich hab mich immer gefragt, wo man denn Hiphop hört, mittlerweile weiß ichs).

Samstag: Einkaufen in Gilroy in Outletstores. Hier muß ich dann dochmal eine Lanze für die USA brechen: $32 für zwei Hosen (ich bin dick geworden), $60 für eine Van Heusen-Jacke (noch nie gehört, aber scheint ne Marke zu sein) und $50 für Adidasschuhe (an dieser Stelle kann ich mir einige Erleichterungsseufzer diverser Personen vorstellen, die der Ansicht waren, die alten Schuhe wären schon seit Monaten untragbar :-). Jedenfalls hat sichs wirklich gelohnt, auch wenn ich glaub ich noch einige Male wiederkommen muß - hab dann z.B. später noch festgestellt, dass Levis dort auch ein Outletstore hat und dort eine Jeans auch nur $25 kostet.
Abends dann mal wieder nach Palo Alto und dann dort auch einen netten Club entdeckt (Name vergessen bzw. nie gewußt), in dem es auch Billard gab - da waren dann alle zufrieden :-)

Sonntag:

San Francisco Scenic Drive! Endlich die Golden Gate Bridge bei Tag. Alles geschafft haben wir leider nicht, aber wir waren am Union Square, in China Town, Fort Mason, Building of Arts (?) und eben schließlich der Golden Gate Bridge. Die vollständige Gallerie gibts hier oder eben rechts in der Leiste unter “Seiten”.